Freitag, 18. September 2020

Burgen - Wein - Jakobsmuschel





Donnerstag, 17. September 2020
Letzte Vorbereitungen 

Damit nichts verloren geht...und Abends in der Herberge ohne Pantoffeln und Pullover zu sein mögen auch hartgesottene Pilger nicht.

Freitag, 18. September 2020

angekommen an unserem Startort, der Kaiserstadt Speyer. Gleich beginnt die Stadtführung auf der wir hoffentlich tief in die insbesondere jüdische Geschichte eintauchen.

Ernst August Petermann, seines Zeichens Stadtführer und Oberstleutnant a.D. will uns jetzt das größte romanische Gebäude der Welt zeigen und dann die protestantische Dreifaltigkeitskirche...ein Juwel wie er sagt.

Auf dem Weg zum Dom passieren wir den namenlosen Pilger, unseren Einstiegspunkt für den Jakobusweg morgen früh...jetzt hat er 6 Namen!
Die Führung war spitze. Wir haben soviel über den Dom, die jüdische Geschichte und diese Könige und Kaiser im Mittelalter gelernt. Zum Schluß schoss uns Herr Petermann noch die ev. Dreifaltigkeitskirche auf, die 200 Jahre nach Luthers Anschlag der buThesen 1510 eingeweiht wurde. Herrlich. Barock.
Und nun....fröhnen wir Saumagen und Pfälzer Wein...Vorbereitung für einen langen heissen Pilgertag.


Samstag, 19. September
21 km von Speyer nach Germersheim 

Guten Morgen,  hier in Speyer beginnt jetzt unser Weg und wird uns bis Freitag nach Zweibrücken führen, so Gott und unsere Füße wollen. Wir nehmen die Route Süd über Bad Bergzabern

Einstiegsandacht mit Psalm 23 am Rheindamm, dem wir jetzt südlich ein paar Stunden folgen 
Der Deich hat uns entlassen und den Blick freigegeben auf eine schöne Seenlanfschaft. Auch Pilger brauchen eine Mittagspause, heute mit Baguette,  Käse und Tomaten...

Ein anstrengender Pilgertag geht in der einzig wahren Musikkneipe von Germersheim zu Ende....Amadeus!  The place to be.

Bickendorf-born to be wild! 


Sonntag,  20. September 2020
22km von Gernersheim nach Herxheim

 Für mich beginnt der Tag heute mit einem schnellen Frühstück und der Rückfahrt an den Ort wo wir gestern gestartet sind. Dummerweise habe ich meine Pilgerstock gestern gleich im anfang irgendwo stehen lassen und es erst nach 10 Kilometern gemerkt.  Quer durch die innenstadt, an allen Orten,  aber nichts gefunden.

 Also zurück.12 minuten braucht es für die Strecke, die wirgestern einen ganzen tag der sonne gepilgert sind.

 Am Schleusenholz treff ich dann meine Gruppe wieder und es geht vereint weiter durch die alten Rheinauen.

Deswegen auch unseren Morgenrunde mit Psalm 121 heute etwas später

Während der Andacht piesacken uns die Mücken. Aber die Tierwelt in den Auen ist vielfältig. Majestätische Graureiher und im kleinen  Altweibersommernetze präsentieren sich uns
Eine kleine Geschichte vom...
begegnet uns in einem kleinen Vogelschutzgebiet. Ein Herr Mitte Siebzig erzählt uns nachdem wir unseren Reisezweck offenbaren, dass er derjenige sei, der alle Jakobswegweiser von Speyer bis Hornbach geklebt hätte. Auf seine Nachfrage hin nach dem vereinbarten Lohn wurde er seinerzeit mut einem Vergelt's Gott abgespeist. Das hat er der Kirche bus heute nicht verziehen. 

Weiter geht es zwischen halb abgeernteten Maisfeldern und vertrockneten Apfelplantagen über staubige Wege dem heutigen Etappenziel Herxheim entgegen.


Montag, 21. September 2020
23 km von Herxheim nach Klingenmünster
Unser Tag beginnt mit einer kleinen Rundfahrt durch Herxheim...10 min zu früh in den Bus gestiegen. Angesichts unserer malträtierten Füße und einer 30 km Etappe entscheiden wir uns,  die ersten 5 km mit der schnellen 555 zurückzulegen - eine weise Entscheidung wie sich später herausstellt. 

Heute morgen auf der ersten schönen Wiese hören wir Psalm 5 und versuchen uns an der Deutung.

In Landau ist erstmal die Repsratur unserer Landkarte angesagt.

Aus einer Stadt heraus zu kommen ist gar nicht so einfach,  insbesondere wenn Stahlblech in der Fußgängerzone der Pilgerin Weg verstellen. Schmerzschrei -Arnika und schon geht's weiter.

Die kleine Kalmit bietet uns wunderschönen Blick zurück auf die Rheinebene und einen schattigen Platz zum Picknick. 100% Sonne ist hart wenn man zu Fuß in den Weinbergen ohne Schatten unterwegs ist
Nun sind es nur noch 4 km zu unserem Tagesziel Klingenmünster. 

Das Ende eines schönen Pilgersbends in der Weinstube Pfeffer 

Dienstag,  22. September 2020
24 km von Klingenmünster nach Erlenbach 

Das Stiftsgut Keysermühle beherbergte uns hervorragend. Integrativ und mit eigenen Produkten. Wir starten frohen Mutes in die Weinberge und genießen den Blick auf Burg und Rheinebene. Am Ende einer langen steilen Treppe versammeln wir uns zur Morgenrunde mit Psalm 36. Andrea liest. 
Heute ist Halbzeit. Mittags in Bergzabern haben wir die Hälfte der Strecke,  75 km genau in der Hälfte der Zeit geschafft. Als hätte er es geahnt, serviert uns der griechische Wirt allen eine Ouzo, bevor rir noch irgendwas bestellt hatten. So können wir das Bergfest gebührend feiern, bevor wir beschließen statt des Pilgerweges im Tal die längere Bergstrecke durch den kühlen Wald zu nehmen. 

Es ist schon später Nachmittag als wir den Seehofweiher kurz vor unserem Tagesziel erreichen. Ländliche Idylle....kühles Wasser...vielleicht der letzte Tag in diesem Jahr an dem man baden kann. Entspannt  laufen wir den letzten Kilometer der Unterkunft entgegen 


Mittwoch, 23. September 2020
22 km von Erlenbach nach Petersbächel

Heute ist in den Wäldern kaum ein Netz zu bekommen. Erst in der Watari-Wanderklause, unserer Unterkunft gibt's ein WLAN. So kann ich erst jetzt berichten.

Unsere Gastgeberin in Erlenbach entlässt uns mit einem schönen Frühstück und einem Kofferraum voll Pilgergepäck, das hoffentlich im Laufe des Tages in Petersbächel ankommen wird.

Nach dem ersten Aufstieg Gurtrast und Morgenrunde. Heute liest Tobias Psalm 39
Wir erinnern uns unserer Vergänglichkeit. 

Meine Barfussschuhe fordern den Füssen Respekt ab. Die Blasen bedürfen einer Pflege in Bärweiler, denn wir haben uns entschlossen, die schönere Bergstrecke zu laufen...allerdings ist diese mit Aufstieg suf 440m verbunden. 

...und das "making-of"

Aufbuch von der Mitrsgspause auf 440 m Höhe
Das Wanderheim in Petersbächel ist das unsere ...keine weiteren Gäste, dafür in der angeschlossenen Kneipe super pfälzische Küche und Weine....wir schlafen wie die Steine.
Frühstück gibt's allerdings morgen erst im 5 km entfernten Ludwigswinkel.

Donnerstag, 24. September 2020
24 km von Petersbächel nach Kröppen

Skurrile Figuren begleiten unseren morgendlichen Weg durch den kühl-sonnigen Weg. 

Nach schönem Frühstück sammeln wir uns zur Morgenrunde um Christoph und Psalm 127


Im weiteten Verlauf des Weges offenbaren sich und die 100.000 Jahre alten Herren des Pfälzerwald...
Ein weiterer fast regenfreier Tsg endet im Gasthaus Knerr in Kröppen. Wir sind die einzigen Übernachtungsgäste
Freitag, 25. September 2020
21 km von Kröppen nach Kloster Hornbach 

Heute beginnt unser letzter Tag am Stammtisch des Gasthaus Knerr.  Die Abläufe sind inzwischen eingeübt...es läuft alles wie am Schnürchen und wir könnten noch wochenlang weiterpilgern.
Doch ist es heute 10°C kälter und die Sonne 🌞 hat sich versteckt. Wir sind durch eine Woche Dauerschönwetter allerdings auch verwöhnt. 

Die letzten Abende wurde zudem diskutiert ob die morgendliche Psalm-Andacht als spirituelles Element für den Tag ausreicht. Gerne hätten wir gesungen. Die Gitarre und die Melodica hatten wir schon eingeplant.....dann kam alles anders. Und für die nächste Tour werden will jeder jeweils einen ganzen Tag mit 2-3 eigens vorbereiteten Elementen gestalten.

Heute hören wir Psalm 133 an einer einsamen Kreuzung schöner Waldwege.
Das gleichnamige hebräische Lied  ist benannt: הנה מה־טוב Hinne mah tov. Es ist auch unter den lateinischen Anfangsworten bekannt: Ecce quam bonum.

Heute ist es Herbst geworden. Der Wind pfeift bitterkalt über die Höhen. In weiter Ferne sehen wir schon unser Ziel liegen. 
Der Stein auf dem schönen Pilgerrastplatz in Riedelberg weist schon 10 km vorher darauf hin.
Wir ziehen nach unserem Pausenbrot schnell weiter sonst frieren wir fest.

Birnen, Äpfel und Zwetschgen im Übermaß. Erntedank ist nah. Wir essen was wir können....Tonnen von schönem Obst verrotten und werden wieder zu Erde.

Es ist 14:30h als wir das Kloster erreichen. Nach 158 gelaufenen und 6 km mit dem Bus gefahrenen Kilometern, 2 vollständig aufgebrachten Packungen Blasenflaster und lediglich einigen wenigen Regentropfen in den letzten 10 min sind wir glücklich angekommen. 

In der Klosterschänke Ggönnen wir uns

Heute Abend werden wir in Zweibrücken noch einmal schön essen, den 🌹 Garten anschauen und uns dann mit unserem €6,97 pro Person Gruppenticket der DB auf den Weg zurück nach Köln machen.

End of the story

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